Bewertung: American Airlines Economy Class London - Charlotte im Airbus A330 (2022)

Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina ist eine solcher Städte, die trotz hoher nationaler Bedeutung kaum Touristen anlocken. In Deutschland ist höchstens noch der Flughafen als Drehkreuz von American Airlines bekannt, fertigt er doch immerhin 45 Millionen Passagiere pro Jahr ab.

Günstige Flüge nach Seattle erlaubten im Herbst die Buchung kostenloser Mini-Stopoverin den USA. Einen davon legte ich in Charlotte ein, sodass ich im September 2017 auf den Flug London Heathrow – Charlotte gebucht war. Während des Flüges habe ich wieder mal ein paar Eindrücke in Bild- und Textform festgehalten und diese nun für euch zusammengetragen.

Zuerst aber wieder ein paar Flugdaten:

  • Flug: American Airlines AA 733 von London Heathrow LHR nach Charlotte CLT
  • gebuchter Sitzplatz15H
  • planm. Abflug: 5. September 2017 14:00 Uhr
  • planm. Ankunft: 5. September 2017 18:10 Uhr
  • Flugdauer: 9h 10min
  • Fluggerät: Airbus A330-200 N275AY (ehemalig US Airways)

Buchung & Check-In

Die Buchung der günstigen Flüge nach Seattle erfolgte aufgrund der vielen Zwischenstopps direkt auf der Website von American Airlines. Die Bezahlung war dort problemlos per Kreditkarte möglich, etwas kniffliger wurde es bei der Sitzplatzreservierung. Kunden ab Oneworld Ruby Status haben bei American Airlines theoretisch Anspruch auf sonst kostenpflichtige Sitzplätze. Dies betrifft auch die „Main Cabin Extra“, welche analog der United Economy Plus einen größeren Sitzabstand als die reguläre Economy Plus bietet. Sapphire und Emeralds können die Sitze theoretisch direkt ab dem Buchungszeitpunkt reservieren, Rubys erst eine Woche vor Abflug.

Die Praxis sah aber mal wieder anders aus und für jeden Sitzplatz wollte man einige Dollar kassieren. Ein Anruf bei der deutschsprachigen Hotline von American Airlines schaffte aber Abhilfe und die Wunschplätze wurden kostenlos eingebucht. Plätze mit mehr Sitzabstand gibt es im A330 von American leider nur an den Notausgängen (waren bereits alle belegt), wir bekamen aber immerhin einen Sitz im vorderen Teil der Kabine.

Hinweis:Ohne Status ist die Sitzplatzreservierung ebenfalls vom Buchungszeitpunkt an kostenlos möglich. Allerdings verlangt man für die 2er-Plätze in der vorderen Economy-Hälfte zu diesem Zeitpunkt einen ordentlichen Aufpreis. Erst ab Check-In ist eine kostenfreie Reservierung möglich.

Richtig chaotisch war dann der eigentliche Check-In. Wir flogen mit einem British Airways Zubringer von Kopenhagen nach Heathrow und mussten demnach am British Airways Schalter in Kopenhagen einchecken und das Gepäck abgeben. Dort verweigerte man aber trotz eindeutig formulierter Oneworld-Regeln die kostenlose Mitnahme des zweiten Gepäckstücks.

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Zuerst zeigte man sich erstaunt darüber, dass Air Berlin angeblich ein Oneworld-Mitglied sei (im September noch der Fall). Im Anschluss lehnte dann auch der Supervisor die kostenlose Mitnahme des 2. Gepäckstück ab. Der Plan war nun, das Übergepäck einfach erstmal zu bezahlen und später die Kosten zu reklamieren. Das machte aber wiederum das System nicht mit, sodass die Mitnahme am Ende doch kostenlos möglich war. Wie schade aber auch…

Umstieg & Lounge

Soweit zur Vorgeschichte. Der Flug nach London lief dann nach Besuch der sehr angenehmenEventyr Lounge in Kopenhagen reibungslos ab. Wir landeten im Heathrow Terminal 5 und mussten mit dem Bus rüber ins Terminal 3. Im Vergleich zum neuen British Airways Terminal ist das alte Gebäude ein enormes Downgrade, vor allem was die Organisation angeht. Übersichtspläne des Terminals enthalten nur die Shops und keine Gates. Ein Schild wies auf gesonderte Kontrollen für US-Flüge hin, sodass man sich mindestens eine Stunde vor Abflug zum Gate begeben solle. In der Realität gab dann aber doch keine weiteren Kontrollen.

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Die British Airways Lounge durfte als American-Passagier nicht benutzt werden, also ging es in den American Airlines Admirals Club. Wider Erwartungen war dieser alles andere als schlecht ausgestattet. Es gibt eine Auswahl an kalten und warmen Speisen, Salaten sowie Desserts und natürlich auch Getränke. Als warme Option standen Nudeln mit Tomatensoße und Chicken Wings mit BBQ-Marinade zur Auswahl. Leider blieb bei zwei Stunden zwischen Ankunft und Weiterflug in Heathrow nicht viel Zeit für die Lounge, aber alles Angebotene schmeckte ganz gut.

Als unpraktisch stellte sich die Lage der Lounge heraus. American startete vom Gate am Südflügel, welcher nur über einen engen Gang erreichbar ist. Der einfache Weg dorthin dauerte dann fast zehn Minuten. Am Gate ging es dann nicht direkt in den Flieger, sondern zwischendurch noch in einen Zwischenbereich mit weiteren Sitzmöglichkeiten. Von dort aus erfolgte dann das geordnete Boarding, wobei nicht alle der sieben Boardinggruppen benutzt wurden.

Kabine & Komfort

Glücklicherweise sind bisher nur wenige Airlines auf die Idee gekommen, 9er Reihen in den Airbus A330 zu quetschen. Bei American Airlines gibt es daher eine klassische 2-4-2-Anordnung in der Economy Class. Wer nur zu zweit unterwegs ist, muss sich so keine Gedanken um etwaige fremde Sitznachbarn machen. Zudem profitiert jeder davon, dass für den Gang zur Toilette maximal eine weitere Person aufstehen muss.

Was den Sitzkomfort angeht, wurde ich positiv überrascht. Die Inneneinrichtung war anscheinend etwas älter und unterlag somit noch nicht dem üblichen Sparzwang wie es bei den Campingstühlen von Air Canadader Fall ist. Auch bei auch bei längerem Sitzen kam es nicht zu Rückenschmerzen und die Breite der Armlehne ist auch in Ordnung. Minuspunkte gibt es für die fixe Kopfstütze. Diese konnte weder in der Höhe verstellt, noch zum seitlichen Anlehnen geknickt werden. Bei 1,98m Körpergröße nicht gerade praktisch.

Nichts zu beanstanden gab es beim Sitzabstand. Obwohl dieser laut AA nicht größer war als an den Economy-Sitzen weiter hinten verblieb zwischen meinen Knien und der Sitztasche ein ordentlicher Abstand von mehr als 5 Zentimetern. Selbst bei geneigtem Sitz des Vordermanns wurde es nicht eng.

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Schon beim Blick in den Sitzplan kurz vor Abflug fiel mir die geringe Auslastung der Economy (40 – 50%) auf, während die Business recht gut gebucht war. So nutzte ich mal wieder die Chance und schnappte mir nach Erlöschen des Anschnallzeichens eine freie 4er-Sitzreihe. Nur noch schnell die Armlehnen hochgeklappt und Sitzgurte versteckt – fertig ist das 2m lange Lie-Flat-Bett in der Holzklasse:

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Auch bei dem Tagflug waren Stoffdecke und das übliche Mini-Kissen mit kratzigem Überzug an jedem Sitzplatz vorhanden. Durch die Kombination zweier Decken ist dann auch die geringe Länge dieser kein Problem mehr.

Essen & Service

Die Frage nach „Chicken oder Pasta“ kennt man von den Langstrecken verschiedener Airlines. Auch American ist nicht gerade kreativ bei der Verpflegung und bot auf dem Flug nach Charlotte eine Auswahl zwischen Nudeln mit Tomatensoße und Hühnchen mit Reis und Gemüse an. Details zu den Beilagen mussten allerdings persönlich erfragt werden, denn vorab gibt es keine Informationen zur Auswahl. Das ist (auch dank transparenter Deckel der Mahlzeiten) kein großes Problem, aber bei Air Canada deutlich besser gelöst. Dort ist das komplette Menü bereits im In-Flight-Entertainment hinterlegt und hilft bei der Entscheidungsfindung.

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Ich entschied mich für das Hühnchen in einer Art Sojasoße und war mit dieser Wahl zufrieden. Das Essen wurde (vergleichsweise) hübsch angerichtet, der Reis war nicht zu trocken und die Menge an Fleisch recht großzügig. Dazu gab es einen frischen Salat mit Dressing, ein trockenes Brötchen, Cracker, Frischkäse sowie einen leckeren Mini-Cheesecake. Später reichte man noch ein cremiges Vanilleeis und in der Mitte des Fluges die üblichen Mini-Brezeln. Kurz vor der Landung gab es eine kleine Snackbox mit heißem Gebäck und warmem Kokos-„Muffin“.

Vom Essen also nichts Negatives zu berichten und bei den Getränken gilt das gleiche. Zur Hauptspeise gab es direkt eine 1/4-Liter-Flasche Wasser und den üblichen Getränkeservice inklusive kostenfreiem Kaffee, Wein und Bier.Im Gegensatz zu British Airways geizt man nicht bei den Getränkedosen und reicht gleich eine mit 350 ml Inhalt. Außerdem stehen im Gegensatz zu vielen europäischen Airlines Ginger Ale, Club Soda und Tonic Water auf der Getränkeliste.

Im Anschluss kam die Crew immer mal wieder entweder mit Wasserflaschen zum Nachfüllen oder dem kompletten Trolley durch die Kabine. Deutschsprachige Mitarbeiter waren soweit ich das mitbekommen habe nicht an Bord. Die Crew war aber stets freundlich und die Kommunikation verlief (bis auf die üblichen Verständigungsprobleme bei der Aussprache von „Ginger Ale“) problemlos.

In-Flight Entertainment

Nicht nur die Sitze des Flugzeugs waren etwas älter, auch das Unterhaltungssystem dürfte mindestens 5 Jahre auf dem Buckel haben. Die Auflösung des Bildschirms war noch ok, die Steuerung weniger. Auf sanfte Berührungen reagiert der Bildschirm gar nicht und nach jedem Druck gönnt sich das System erstmal etwas Bedenkzeit.

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Die Auswahl an Filmen und Serien war gut. Auch aktuelle und deutsche Filme standen zur Auswahl. Welche Filme auf eurem zukünftigen AA-Flug laufen werden, kann auf der Airline-Website vorab überprüft werden. Auch einige Spiele (u.a. Bejeweled, Geospot und Pacman) waren geladen. Allerdings ist die Steuerung beim unsensiblen Display kein Vergnügen und beim Vordermann dürfte sich jeder starke Druck auf das Display bemerkbar machen.

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Der wichtigste Punkt beim IFE ist für mich die „Moving Map“. Hier lieferte American keine gute Leistung ab. Es gibt lediglich ein Video im Autoplay-Modus, die Ansicht kann nicht verschoben, vergrößert oder anderweitig geändert werden. Außerdem werden die Hälfte der Zeit Fluginformationen (Höhe, Temperatur usw.) im Vollbild angezeigt, die sich nach Erreichen der Reiseflughöhe kaum noch verändern. Genau die gleiche Karte wurde übrigens auch am großen Bildschirm vorne am Bulkhead angezeigt. So ist immerhin eine Art Multitasking möglich.

Theoretisch unterstützt das System die Anzeige aktueller Nachrichten verschiedener Rubriken. Das Menü blieb allerdings den kompletten Flug über leer und die Funktion somit nutzlos. Eine separate Kabelfernbedienung gab es nicht.

Zusammengefasst ist das Unterhaltungssystem ziemlich veraltet, erfüllt aber die Grundfunktionen. Zum Anschauen von Filmen reicht es aus, für alles andere schleppen die meisten Passagiere sowieso eigene Geräte mit.

Sonstiges

Dieses Kapitel ist schön kurz zu fassen, denn viele Extras gab es auf dem Flug nicht. Nicht einmal Steckdosen sind in der Economy verbaut. Die Stromversorgung von Smartphone und Tablet erfolgt über einen USB-Anschluss in der Armlehne, der blöder nicht hätte platziert werden können. Die Bewegungsfreiheit des Beins wird bei eingestecktem Kabel stark eingeschränkt. Außerdem könnte der Stecker durch eine unachtsame Bewegung schnell abbrechen.

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Allerdings laden die integrierten USB-Anschlüsse im Flugzeug sowieso so langsam, dass ich immer die Mitnahme einer Powerbank empfehle. Diese hat in der Sitztasche des Vordersitzes ausreichend Platz.

Apropos Sitztasche: In dieser fand ich das Airline-Magazin „American Way“, die Safety Card und eine Kotztüte vor.

Die Sauberkeit an Bord des Flugzeuges war gut und auch nach den Toiletten wurden anscheinend regelmäßig mal geschaut. WLAN war – soweit ich es mitbekommen – nicht verfügbar. Mittlerweile ist der Internetzugang allerdings in vielen Flugzeugen der A330-Flotte möglich. Wer kein Headset mit hatte, konnte von der Crew kostenlose In-Ear-Kopfhörer erhalten.

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American Airlines Economy Airbus A330

  • Terminal & Boarding

  • Lounge

  • Kabine & Komfort

  • Essen & Service

  • In Flight Entertainment

  • Sonstiges

3.6

Fazit

Insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Economy-Flug. Das wichtigste ist der Sitzkomfort und in diesem Punkt sorgt das höhere Alter der Inneneinrichtung für eine gute Bewertung. Die Sitze waren (trotz der nicht variablen Kopfstütze) ausreichend gepolstert und auch nach mehreren Stunden nicht unbequem. Der Sitzabstand ist großzügig bemessen. Besonders angenehm wurde der Flug durch die schlechte Auslastung. Durch die 2er Reihen am Fenster dürfte aber auch ein ausgebuchter Flug recht komfortabel verlaufen.Auch die Verpflegung fällt im Vergleich zu Transatlantik-Flügen mit anderen Airlines nicht ab. Der größte Kritikpunkt ist das veraltete In-Flight Entertainment und eine Steckdose wäre noch gut. Diese sind in der Economy des A330 anscheinend in einigen, aber nicht allen Flugzeugen verbaut.Ich würde den Flug jederzeit wieder buchen und stelle wieder einmal fest: Große Unterschiede beim Bordprodukt der „Full Service Carrier“ (mittlerweile tlw. ohne Service) gibt es heute kaum noch.

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Author: Foster Heidenreich CPA

Last Updated: 12/13/2022

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